Zum Kennenlernen –
Tagesseminar Capoeira beim Bildungswerk Sport
Wann?
Sa., 5. April, 10.00-17.00 Uhr
Wo?
Mainz, Halle des Frauenlobgymnasiums
Kosten?
40 € inkl. Obst/Mineralwasser
Referent?
Michael Vas
Anmeldung?
Tel. 06131-2814-370
E-Mail: mail@bildungswerksport.de
Capoeira kennt man inzwischen nicht nur in Brasilien, die afro-brasilianische Kampfkunst findet auch in Europa immer mehr Anhänger. Deutschland hat in den letzten Jahren Frankreich als Land mit der größten Anzahl von Capoeira-Schülern abgelöst und sich somit zur europäischen Hochburg der Capoeira entwickelt. Und inzwischen wird in fast jeder größeren deutschen Stadt Capoeiraunterricht angeboten.
Was ist nun eigentlich Capoeira?
Die Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst, welche zur Zeit der Sklaverei vor ca. 300 Jahren entstanden ist. Afrikanische Sklaven entwickelten sie, um sich aus der Unterdrückung und einem menschenunwürdigen Leben zu befreien. Vor ihren Herren mussten sie ihre Kampftechniken aber als Tanz tarnen. Auch nach Abschaffung der Sklaverei war die Capoeira noch immer verboten, da sie Schutz vor Gewalt, Unterdrückung und Korruption ermöglichte. Erst 1936 wurde das Verbot aufgehoben. Musik und tänzerische Bewegungen sind daher heute wie damals wichtigste Bestandteile der Capoeira.
In der Evolution der Capoeira tauchen immer wieder Namen auf, welche durch ihren Capoeira-Stil, Unterricht und Organisation für grundlegende Veränderungen in der Capoeira sorgten. Die Urväter der heutigen Capoeira sind Mestre Bimba und Mestre Pastinha. Ohne ihr Können und ihre Arbeit wäre diese ungewöhnliche Kunst sicher in Vergessenheit geraten. Sie waren es, welche die Capoeira aus den dunklen Gassen in die Öffentlichkeit brachten und die ersten Capoeira-Akademien gründeten. Seither wird Capoeira zunehmend auch als Sport praktiziert.
Was ist das Ziel des Capoeira-Trainings?
Das Ziel des Trainings ist dem Capoeirista eine Vielzahl von Bewegungs-, Angriffs- sowie Abwehrmöglichkeiten zu geben, die für ein „Jogo de Capoeira“ nötig sind. Traditionell läuft das Spiel in der so genannten Roda ab: Alle Teilnehmer stehen in einem Kreis, wobei sich an einer Stelle dieses Kreises die Capoeiristas mit den Instrumenten versammeln. Zentral sind dabei die drei Berimbau-Spieler, da die Berimbaus den Rhythmus der Musik und somit den Charakter des Spieles bestimmen. Von dort wird das Spiel begonnen. Zwei Spieler setzen sich vor die Instrumente, schauen sich kurz an, geben sich die Hand und gehen in die Mitte der Roda – in der Regel mit einem Rad. Die Umstehenden klatschen den Rhythmus und singen Lieder die vom Mestre oder Lehrer angestimmt werden. Innerhalb des Kreises spielen zwei Capoeiristas miteinander. Zwischen beiden wird kein Wettkampf ausgefochten, sondern sie führen eine Art körperlichen Dialog aus, die Worte sind dabei die verschiedenen Offensiv- und Defensiv-Bewegungen. Auf jede Offensiv-Bewegung folgt eine Defensiv-Bewegung des anderen. Diese Sequenzen von wechselseitigen Bewegungen werden so zu Sätzen.
Im Vordergrund steht dabei die Kooperation und nicht die Konfrontation – also ein Duell unter Freunden. Am Ende gibt es keinen Gewinner oder Verlierer, sondern die Spieler entscheiden selbst, wann sie den Dialog beenden. Die Capoeira ist äußerst vielseitig, da sie Kampf, Spiel, Tanz, Akrobatik und Musik mit Improvisation und Kreativität vereinigt.
Wie sieht eine Übungsstunde aus?
Der Beginn des Trainings besteht aus Aufwärm- und leichten Kräftigungs- sowie Stretchübungen, um dem Körper eine gesunde Basis für das weitere Training zu geben. Der Anfang in der Capoeira ist die Ginga, eine „schwingende“ Basis-Bewegung, auf die das gesamte System der Capoeira aufbaut. Sie vermittelt Rhythmus- und Körpergefühl und gleicht muskuläre Dysbalancen aus. Dabei werden vor allem der Rücken, Oberschenkel und Po trainiert.
Weiter geht es mit den Ginga-Quebradas. Das sind Richtungs- und Rhythmusänderungen der Ginga. Diese erlernt man, um den gegebenen Raum zu nutzen, eine Verbindung zwischen defensiven und offensiven Bewegungen zu schaffen sowie die eigene Koordination zu steigern. Um komplette Capoeirabewegungsabläufe zu trainieren kommen die Esquivas und Golpes dazu.
All diese Techniken werden dem Anfänger spielerisch, tänzerisch und in Begleitung von Musik in zahlreichen Variationen und mit verschiedenen Methoden vermittelt.
Wo kann ich mehr über Capoeira erfahren?
Sie können mit Herrn Vas auch direkt Kontakt aufnehmen, wenn in Ihrem Verein Interesse besteht, Capoeira ins Programm aufzunehmen oder Sie weitere Informationen zu dieser interessanten Sportart haben wollen (http://www.capoeirabrasil.de).
Kleines ABC der Capoeira
jogar = spielen
Jogo de Capoeira = das Spiel Capoeira
Roda = Kreis (sprich: hoda)
Berimbau = Musikbogen
Ginga = „schwingende“ Basis-Bewegung (sprich: dschinga)
Ginga-Quebradas = Richtungs- und Rhythmusänderungen der Ginga
Esquivos = Ausweichbewegungen
Golpes = Fußtritte




