Yoga trifft Spiraldynamik®

Yoga trifft Spiraldynamik®

Yoga Asanas wurden über Jahrhunderte entwickelt, um eine starke und elastische Körperverfassung zu entwickeln und vor allem, um den Körper vor Krankheiten zu schützen. Wir Menschen wollen es meist ganz genau wissen, stellen vieles in Frage und überschätzen manchmal die eigenen Grenzen. Eine achtsame aber kraftvolle und regelmäßige Yogapraxis befreit von körperlichen Beschwerden und mentaler Zerstreuung. Vorausgesetzt wir lernen die Yogapraxis richtig anzuwenden. Sich mit Anatomie zu beschäftigen stärkt daher das Selbstvertrauen in jeder Bewegungslehre, in jeder Sportart und schützt vor Verletzungen. Sie gibt uns ein besseres Verständnis für die Widerstände im eigenen Körper.

Wir haben uns mit unserer Referentin Sandy Wiegand unterhalten, die seit zwölf Jahren Yoga unterrichtet und durch ihre Spiraldynamik®-Ausbildung einen besonderen Blick für die richtige anatomische Ausrichtung entwickelt hat.

Sandy, wie bist du auf das Bewegungsprinzip Spiraldynamik aufmerksam geworden?
Vor einigen Jahren nahm ich an einer Yogastunde teil, in die der Yogalehrer Ansagen aus der Spiraldynamik einfließen ließ. Ich war völlig begeistert, mein Körper nahm die mir vertrauten Asanas anders war, intensiver und klarer. Ich wusste sofort, so will ich in der Asana sein, so fühlt es sich richtig an.
Daraufhin absolvierte ich 2010 die Basic-Ausbildung mit Eva Hager-Forstenlechner in Salzburg. Seitdem vergleiche ich das Wissen aus der Spiraldynamik mit dem Wissen aus anderen Yoga Traditionen. Verschiedene Aussagen meinen oftmals das Gleiche. Während ich meine eigene Yogapraxis und die meiner Schüler beobachte, entstehen immer neue Erkenntnisse.

Wie veränderte sich daraufhin dein Unterricht? Was ist jetzt das Besondere daran?
Ich wurde sicherer im Umgang mit meinen Kursteilnehmenden und lernte auf körperliche Einschränkungen meiner Teilnehmer einzugehen. Mit Hilfsmitteln biete ich Alternativen zu den klassischen Asanas an, so kann jede(r) Teilnehmer(in) in den Genuss der Asanas kommen. Durch das Verständnis der Zusammenhänge im Körper lernte ich kompetenter auf die Fragen aus der Gruppe einzugehen.
Meine Ansagen sind wesentlich genauer geworden. Mein Unterrichtsstil langsamer und achtsamer. Eine Asana kann gut und gerne einmal mehrere Minuten im Unterricht diskutiert werden.

Interessieren sich denn normale Kursteilnehmer/innen für die Anatomie?
Viele Menschen kommen aufgrund von körperlichen Beschwerden in meinen Kurs oder sind auf der Suche nach Entspannung. Es ist daher wichtig, einen Mittelweg zu finden zwischen den vielen detaillierten Ansagen und dem Fluss der Stunde. Die Teilnehmer/innen nehmen, genau wie ich damals, wahr, dass ihnen die anatomisch korrekte Ausrichtung gut tut und dass es weniger Widerstände im Körper gibt. Manche körperlichen Beschwerden bleiben ganz aus, kommen aber wieder, ohne eine regelmäßige Yogapraxis. Die Ansagen helfen dabei tiefer in die Asana einzutauchen. Ich zeige daher die Asana und hebe hervor, worauf es bei der anatomischen Ausrichtung ankommt und welche Fehler sich einschleichen können. Das weckt das Interesse an der Anatomie und macht Lust es nachzutun.

Wie würdest du einem Laien die Prinzipien der Spiraldynamik® erklären?
Die Spiraldynamik® ist ein Bewegungsprinzip, das in jeder Sportart angewandt werden kann und im Alltag mehr Bewusstheit für die Haltung schafft. Zahlreiche Strukturen in unserem Körper gewinnen durch ihren spiraligen Aufbau an Stabilität, wie zum Beispiel die Kreuzbänder des Kniegelenkes oder das spiralig aufgebaute Fußgewölbe. An der Beinspirale wird das vielleicht besonders deutlich: Stellen wir uns z.B. den Oberschenkelknochen vor. Er ist bei genauer Betrachtung spiralig gedreht. Oben dreht er sich zum Hüftgelenk hin nach außen und unten nach innen. Der Unterschenkel dreht nach innen in Richtung Großzehenballen. So spannt sich das Bein spiralig verschraubt in die Länge. Das Knie bleibt als Umkehrpunkt zentriert nach vorn ausgerichtet. Die vielen Gelenke im Bereich des Fußes sind dann für die Feinabstimmung zuständig. Ursprung und Ansatz der Muskeln folgen dem gleichen Prinzip. Das dreidimensionale Bewegungskonzept, das Christian Larsen und Yolande Deswarte in den 80er Jahren daraus entwickelt haben, nennt sich Spiraldynamik®.

Bei der Verbindung zwischen Yoga und der Spiraldynamik® geht es also darum, die Gesetze der Natur im eigenen Körper nachzuvollziehen und zu erleben.
Wenn du nun neugierig geworden bist und wissen möchtest, wie die Anwendung des Prinzips in der Praxis aussieht, dann erhältst du hier weitere Informationen und neue Impulse.

Wir empfehlen dir außerdem das Seminar „Yoga meets Spiraldynamik®“ mit Sandy Wiegand, dass am 05.05.2018 in Klein-Winternheim stattfindet.